Kinderchor „Pfälzer Weinkehlchen“
nach Chor-Coaching in neuem Gewand

Ab Herbst in anderer Chorkleidung - Entwürfe der Kinder

Im Herbst, genauer zur Rathausserenade am 7. September, wollen sich die „Pfälzer Weinkehlchen“ in neuem Gewand präsentieren. Die neue Chorkleidung soll „flott, modern, frisch und farbig wie bisher sein“, macht die 2. Vorsitzende Manuela Nagel Lust auf die „neuen“ Weinkehlchen.

Blau und schwarz bei den Mädchen sowie rot und schwarz bei den Jungs ist die künftige Erscheinung des ältesten Kinderchors von Rheinland-Pfalz. Also doch dasselbe „Outfit“ (wie das auf neuhochdeutsch heißt)? „Jein“, sagt Manuela Nagel. Denn: Die Mädchen werden statt eines blauen Kleides einen blauen Blazer mit sportlichem Revers tragen, darunter ein weißes Top oder T-Shirt; hinzu kommt ein schwarzer Rock in „A-Linie“ bis zum Knie und Nylons statt Kniestrümpfen. Die kleinen und großen Buben bekommen statt einer roten Cordweste ein rotes Hemd; es bleiben die schwarzen Hosen. Und statt des schwarzen „Schlobb“ (Schleife) tragen sie künftig schwarze Krawatte mit Weinkehlchen-Wappen als Nadel.

Ausgangspunkt für das „Abenteuer neue Chor-Kleidung“ war die SWR-Sendung Chor-Coaching, die übrigens am 20. Mai über die Bildschirme flimmert. Der Moderator, Opernsänger Johannes Kalpers, hatte nach Wochen langen eingehenden Beratungen und Gesprächen mit Vorstand, Betreuern und Kindern unter anderem geraten, statt der althergebrachten Tracht in modernerer Kleidung auf den Bühnen zu stehen. Er glaubte zu wissen: „Das möchten auch die Kinder“.

Die Anregung wurde vom Vorstand aufgegriffen. „Im Ferienlager 2012 im westpfälzischen Wolfstein machten sich alle Chorkinder daran, Entwürfe zu zeichnen, wie sie sich künftig ihre Kleidung vorstellten“, berichtet Manuela Nagel. Vorgabe dabei war: Die Farben müssen bleiben! Es muss für jeden tragbar sein und auch für sich allein gut aussehen. Jeans und T-Shirts statt Tracht waren tabu.

Nachdem bei seinem Besuch in Wolfstein auch der Vorsitzende, Oberbürgermeister Hans Georg Löffler, sein „ok“ gegeben hatte, wurde weiter an der Umsetzung gearbeitet. Wieder zuhause wurde in Marion Engel eine Schneiderin gefunden, die Schnittmuster entwarf und dabei auch auf die verschiedenen Größen der Kinder einging. Nachdem im Betreuerteam „grünes Licht“ kam, lagen im April zwei Mädchen-Kostüme und ein Hemd für einen großen Jungen vor, die jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurden. „Wir hoffen, dass unser Chor damit auch optisch bei den Zuhörern ankommt.“

Für alle Freunde des pfälzischen Kinderchors, die seit Jahrzehnten den „Weinkehlchen“ treu sind und sich eine andere Tracht nicht recht vorstellen können, gibt Manuela Nagel Entwarnung: „Die alte pfälzische Tracht wird nicht verschwinden, sie bleibt im Fundus. Die Pfälzer Weinkehlchen werden in Zukunft zwei Chorkleidungen haben, je nach Umziehmöglichkeit und Programm, das unser Chorleiter zu bieten hat.“ Denn auch das ist ein Ergebnis vom Chor-Coaching: Das Liedgut soll moderner werden, ohne dass deshalb die bekannten Lieder in den Müll wandern. „Wir sind überrascht, dass die Kinder trotz allen Wünschen nach Pop-Liedern immer wieder sagen: Singen wir mal wieder die alten Volkslieder?, berichten Chorleiter Andreas Fischer-Schmitt und Manuela Nagel.“

Damit allerdings auch 30 neue Jacken, Hemden und Röcke angefertigt werden können, suchen die „Weinkelchen“ Sponsoren. Rund 4000 Euro soll es kosten, die Kinder neu einzukleiden. „Allein können wir das nicht stemmen“, sagt die Vorstandssprecherin. „Wir hoffen auf Spenden (Sparkasse Rhein-Haardt, Kto.-Nr. 1000780492 / BLZ.: 54651240). Schließlich möchte Nagel gerne die Kinder auch beim Weinfest-Umzug mit Trachten aus sechs Jahrzehnten präsentieren.